Sekundäre Marktforschung

Kurzbeschreibung

Die sekundäre Marktforschung befasst sich mit der Sammlung, Aufbereitung und Interpretation bereits vorliegender Informationen. Im Gegensatz zur primären Marktforschung werden bei der Methode Erkenntnisse aus erhobenen oder sogar ausgewerteten primären Marktforschungsdaten gewonnen.

Ziel der Methode ist das frühzeitige Erkennen von Marktentwicklungen aus vorliegenden Daten und der daraus resultierenden Möglichkeiten und Gefahren für das Unternehmen. Durch die gewonnenen Erkenntnisse unterstützt die Methode bei der Entscheidungsfindung.

Bei der sekundären Marktforschung werden Quellen wie allgemeine Statistiken, frühere Primärerhebungen, Internet-Recherchen, Veröffentlichungen, allgemeine Literaturrecherchen und Datenbanken genutzt.

Im Vorfeld der Methodenanwendung ist die Zielsetzung der Datensammlung und -auswertung exakt zu definieren und das Suchfeld durch geeignete Suchbegriffe zu beschreiben. Die Durchführung der Suche sollte durch professionelle Suchinstrumente und die Beteiligung von Experten unterstützt werden, um den zeitlichen, personellen und finanziellen Aufwand möglichst gering zu halten (Datenbankrecherchen, Suchmaschinen). Alternative Suchansätze sind unter Abwägung des jeweiligen Nutzens und des erforderlichen Aufwands zu sichten, zu bewerten und auszuwählen.

Bei der Literaturrecherche wird zwischen zwei wesentlichen Recherchemethoden unterschieden:

  • Schneeballprinzip: Beim Schneeballprinzip werden themenbezogene Standardwerke und Handbücher nach weiterer Schlüsselliteratur durchsucht. Dadurch werden relevante Quellen für die Sammlung primärer Informationen identifiziert.
  • Systematisches Bibliographieren: Hierbei handelt es sich um einen systematischen Suchprozess unter Zuhilfenahme moderner Recherchemittel, wie z.B. Internet, Intranet, Extranet oder internetbasierten Datenbanken. Die Suche erfolgt anhand geeigneter Stichwörter und/ oder einer Kombination von Suchkriterien.

Die Vorteile der Methode sind, dass :

  • Auf bereits vorhandene Daten bzw. Datenquellen zurückgegriffen werden kann
  • Die Suche durch Rechnerbasierte Datenbanken und Suchmaschinen, sowie semantische Suchalgorithmen unterstützt werden kann
  • Zukünftige Markttrends auf der Grundlage vorhandener Informationen abgebildet werden

Die Nachteile der Methode sind, dass:

  • Oftmals ein umfassendes Vorwissen notwendig ist, um geeignete Schlagworte zu definieren
  • Durch die Anwendung des Schneeballprinzips bei der Literaturrecherche neue Erkenntnisse über ältere Literatur dominieren
  • Zur Sammlung und Aufbereitung von relevanten Informationen oft unüberschaubare Datenmengen zur Verfügung stehen
  • Die Gefahr der Dominanz von Literatur eines bestimmten wissenschaftlichen Ansatzes besteht

Anhang Recherchemethoden (1)

    • Die genannten Informationsquellen
    • Durch Schlagworte und Datenquellen eingegrenzter Suchumfang
    • definierte Suchstrategie
      • Gesammelte, aufbereitete Informationen
      • Zusammenhänge innerhalb der Daten
      • Interpretation der Daten
      • Innerhalb der Daten zu verzeichnende Trends