Nutzwertanalyse

Kurzbeschreibung

Mit Hilfe der Nutzwertanalyse lassen sich verschiedene Systeme gegenüberstellen. Dabei werden die einzelnen Kriterien gewichtet und ggf. durch Unterkriterien beschrieben. In der Praxis unterstützt die Nutzwertanalyse die Entscheidungsfindung.

Ziel der Nutzwertanalyse ist es, sich im Rahmen der Systemauswahl ein Bild von der Vorteilhaftigkeit einer Investition zu machen, um so die Entscheidungsfindung zu unterstützen.

Mit Hilfe der Nutzwertanalyse lassen sich verschiedene Systeme anhand einer Bewertung vergleichen. Dabei werden die einzelnen Kriterien gewichtet und ggf. durch Unterkriterien beschrieben. Das Beispiel in Abb. 1 zeigt eine Nutzwertanalyse auf der Basis von sechs Hauptkriterien. Im vorliegenden Beispiel müsste die Entscheidung zugunsten des Systems 2 fallen.

Das Vorgehen lässt sich in folgende Schritte gliedern:

  • Bestimmung der als relevant angesehenen Zielkriterien und ihre eventuelle Über- und Unterordnung
  • Gewichtung der (Ober- und Unter-) Kriterien (beispw. mithilfe der Relevanzmatrix)
  • Beschreibung der erreichbaren Zielerfüllungsgrade für jedes Zielkriterium; Zuordnung einer (kardinalen) Nutzenskala
  • Bewertung der Alternativen bezüglich aller Kriterien (Angabe der Zielerfüllungsgrade und Bestimmung der Teilnutzenwerte)
  • Ermittlung der Gesamtnutzen jeder Alternative als Summe der gewichteten Teilnutzen

Abb. 1: Beispiel eriner Bewertung von Systemvarianten durch eine Nutzwertanalyse

In der Praxis unterstützt die Nutzwertanalyse die Entscheidungsfindung. Schon aufgrund der Subjektivität der Beurteilungen ist es nicht sinnvoll, die Entscheidung ausschließlich auf Basis der Nutzwertanalyse zu treffen. Ihr Vorteil liegt allerdings in der Transparenz und der Nachvollziehbarkeit des Entscheidungsprozesses.

Die Vorteile der Methode sind, dass :

  • sie eine prägnante, ganzheitliche Darstellung und
  • eine gute intersubjektive Nachvollziehbarkeit bietet.

Nachteil der Methode ist, dass teilweise eine Subjektivität in folgenden Kriterien vorliegen kann:

  • Anzahl und Art der Zielkriterien
  • Zuordnung von Gewichten und Untergewichten
  • Festlegung der Nutzenskala
  • Zuordnung von Teilnutzen zu Kriterienausprägungen

Es lassen sich jedoch auch messbare bzw. beobachtbare Kriterien bestimmen, um den subjektiven Einfluss möglichst gering zu halten.

  • Gausemeier, J.; Fink, A.: Führung im Wandel. Carl Hanser Verlag, München, 1999
  • Gausemeier, J.; Plass, C.: Zukunftsorientierte Unternehmensgestaltung, 2., überarbeitete Auflage, Hanser Verlag, 2014

Eingangsinformationen

    Zielsystem, mehrere zu bewertende Alternativen


      Ausgangsinformationen

      • Nutzwerte der Alternativen
      • Rangordnung der Alternativen nach Nutzwert
      • Zielerfüllungsgrade der Alternativen

      • Heinz Nixdorf Institut,
        Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gausemeier
        (http://www.hni.uni-paderborn.de/spe)
      • UNITY AG
        (
        http://www.unity.de)