Morphologischer Kasten

Kurzbeschreibung

Der Morphologische Kasten ist ein nach bestimmten Kriterien erstelltes, eindimensionales Ordnungsschema. Im Rahmen der Produktentwicklung wird die Methode angewendet, um Merkmale des Lösungsfeldes abzubilden, in dem vorhandene und potenzielle, neue Lösungen systematisiert werden können.

Ziel der Methode Morphologischer Kasten ist es, neue Lösungen zu einem gegebenen Problem zu entwickeln. Dazu werden Teillösungen zu den jeweiligen Teilproblemen eingetragen. Durch die Kombination von Teillösungen entstehen neue Gesamtkonzepte.

Um einen morphologischen Kasten zu erstellen, wird zunächst das entsprechende Problem analysiert und definiert. Der allgemeine Aufbau aller potentiellen Lösungen muss dabei systematisch erfasst werden. Hier können beispielweise Ablauf- oder Funktionsstrukturen, Bauteilstücklisten oder andere Produktstrukturierungen verwendet werden. Als Ausgangsbasis für die Systematik kann aber auch die Analyse und Struktur bereits bekannter Lösungen dienen.

Diese (Aufbau-) Systematik wird in vertikaler Richtung in die Vorspalte des Morphologischen Kastens übertragen. Die jeweiligen Teillösungen können dann in horizontaler Richtung durch Methoden der Lösungssuche erarbeitet und eingefügt werden. Vorhandene Lösungen können durch Variationsmethoden oder Effektkataloge systematisch ergänzt werden.

Zudem ist es möglich, in dem Morphologischen Kasten auch Technologiealternativen zu Prozessen zu integrieren.

Schließlich kann der Morphologische Kasten dazu verwendet werden, um Teillösungen zu Gesamtkonzepten zusammenzustellen. Oft sind dabei mehrere Teilkombinationen durchzuspielen. Eine Kombination der jeweils besten Teillösungen ist nicht zwangsläufig möglich oder sinnvoll.

Tipp: Eine kurze Beschreibung ("How-To") des Vorgehens finden sie auch unter "zusätzliches Material

Abb. 1: Allg. Aufbau eines Morphologischen Kastens

Der Morphologische Kasten berücksichtigt intuitive wie systematische Aspekte des Ideenfindungsprozesses gleichermaßen über den gesamten Verlauf der Ideenfindung. Dafür erfordert die Methode vom Anwender jedoch ein fundiertes fachliches Wissen. Dies gilt weniger für die Methodenanwendung, sondern vielmehr für die inhaltliche Gestaltung der Ordnungsstruktur, die Auswahl der Parameter, die anschließende Lösungssuche und Zuordnung sowie die letztendliche Bewertung, Auswahl und Rekombination zu Gesamtlösungskonzepten.

Weitere Vorteile der Methode sind, dass :

  • der Zeitaufwand relativ gering ist und
  • sie eine übersichtliche Darstellung bietet, daher eignet sie sich auch gut bei komplexeren Problemstellungen

  • Pahl, G.; Beitz, W., Feldhusen, J.; Grote, K.H.: Konstruktionslehre. Springer Verlag, Berlin,  2003
  • Malorny, Christian; Langner, Marc Alexander: Moderationstechniken. Hanser Verlag, 2. Aufl., 2003
  • Zwicky 1966
  • Birkhofer 1980
  • Ehrlenspiel 2003

Eingangsinformationen

Bekannte Teillösungen


Ausgangsinformationen

neues Gesamt-/Lösungskonzept als Kombination von Teillösungen

  • Heinz Nixdorf Institut,
    Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gausemeier
    (http://www.hni.uni-paderborn.de/spe)
  • Lehrstuhl für Produktentwicklung, Prof. Lindemann (www.pe.mw.tum.de)