Make-or-buy

Kurzbeschreibung

Bei der Make-or-buy Entscheidung wird dem Unternehmen ein strategisches Hilfsmittel gestellt, mit Hilfe dessen es entscheiden kann, ob eine betrachtete Technologie besser im eigenen Unternehmen etabliert (make) oder die Technologie und das Know-how von Fremdfertigern bezogen werden soll (buy).

Ziel ist es, durch diese Methode eine Entscheidungsunterstützung zu erhalten hinsichtlich der Fragestellung, ob Prozesse betrachteter Technologie in jedem Fall selbst betrieben (make) oder ob diese ausgelagert werden sollen und die Technologie von Fremdfertigern bezogen werden soll (buy).

Um zu entscheiden, ob eine Technologie im Unternehmen etabliert oder extern bezogen werden soll, gilt es herauszufinden, ob die Prozessintegration der Technologie dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen würde, und wenn ja wie groß dieser wäre. 

Es werden verschiedene Technologien betrachtet und ein Portfolio erstellt (siehe Abb. 1), aus dem man ablesen kann, ob es günstiger ist eine Technologie im Unternehmen anzusiedeln oder nicht.

Auch Prüffragen wie beispielsweise

  • Ist der Prozess wichtig für die Zufriedenheit des Kunden und ggf. auch weiterer relevanter Stakeholder?
  • Wie ist das systemische Verhalten des Prozesses? Wie stark wirkt er auf das Gefüge der Prozesse?
  • Bestehen gesetzliche Auflagen? etc.

sind hilfreich bei der „Make-or-buy“-Entscheidung.

Abb. 1: Beispiel eines "Make-or-buy"-Portfolios

Kurz Zusammengefasst müssen folgende Schritte durchgeführt werden:

  • Technologieattraktivität bestimmen
  • Bewertung des Unternehmens hinsichtlich der eigenen Position
  • Kosten der Technologieentwicklung bestimmen
  • Portfolio erstellen

Die zwei Hauptkriterien des Portfolios, die jeweils eine Reihe von Unterkriterien umfassen können, sind „Beitrag für den Wettbewerbsvorteil“ und „Leistungsfähigkeit im Vergleich zu externen Anbietern“. In dem Bild ist ein Portfolio dargestellt in dem beispielhaft einige Prozesse aus einem konkreten BPR-Projekt eingetragen sind. Es wird deutlich, dass es einige Prozesse gibt, die an Externe übertragen werden sollten, weil sie offensichtlich nicht entscheidend sind und externe Anbieter in der Lage sind, diese Leistungen günstiger zu erbringen. Es handelt sich dabei um die vier Prozesse links unten im Bild („Buy“).

Die Einschätzung „Improve“ bedeutet, dass dieser Prozess unbedingt zu verbessern ist. „Sell“ heißt, dass diese Art von Leistungen u.U. auch extern angeboten werden könnte, um zusätzlichen Ertrag zu erzielen. Selbstredend sind das nur grobe Entscheidungshilfen. Um sicherzugehen, sind viele weitere Überlegungen ins Kalkül zu ziehen, beispielsweise der Grad der Abhängigkeit, in die sich das Unternehmen begibt; die Gefahr, dass Wissen zu Mitbewerbern gelangt; die Antizipation der Bedeutung von Wettbewerbsfaktoren etc.

  • Die „Make–or-buy“- Analyse kann nur eine Entscheidungshilfe sein, sie ersetzt nicht die Entscheidung
  • Entscheidend für die „Make-or-buy“- Entscheidung ist die Kompetenz der Dienstleistungsanbieter
  • Eine Entscheidung betrifft meist nicht nur den betrachteten Unternehmensteil, sondern weitere Unternehmensteile, da auch Synergiepotentiale berücksichtigt werden sollten
  • Gausemeier, J.; Plass, C.: Zukunftsorientierte Unternehmensgestaltung, 2., überarbeitete Auflage, Hanser Verlag, 2014
  • Weiß, M.: Planung der Fertigungstiefe. Deutscher Universitätsverlag, 1993

Eingangsinformationen

Liste mit Technologien


Ausgangsinformationen

Liste priorisierter Technologien für die Eingliederung ins Unternehmen oder für den Zukauf

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  • Heinz Nixdorf Institut, 
    Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gausemeier 
    (http://www.hni.uni-paderborn.de/spe)
  • UNITY AG
    (
    http://www.unity.de)