Kreativitätstechniken

Kurzbeschreibung

Kreativität ist das Sprungbrett zur Innovation. Die Kreativitätstechnik hat zum Ziel, den Prozess der Ideenfindung entscheidend zu verbessern. Dafür stehen Ihnen verschiedene Methoden zur Auswahl.

Die Kreativitätstechnik hat zum Ziel, den Prozess der Ideenfindung entscheidend zu verbessern. Jeder Mensch besitzt ein gewisses Maß an Grundkreativität, die gezielt ausgereizt und mit vorhandenem Wissen verknüpft werden soll. Weiterhin wird es durch den Einsatz von Kreativitätstechniken möglich, Gedankengänge und Ideen strukturiert zu dokumentieren und somit im Team an Lösungskonzepten zu arbeiten.

Abb. 1: Zusammenhang zwischen Wissen, natürlicher Kreativität und kreativer Leistungen sowie deren Entwicklung bezogen auf das Lebensalter eines Menschen

Grundlagen:

  • Zur Problemlösung wird das Gruppenpotential genutzt
  • Denkbarrieren und Blockaden werden vermindert
  • Loslösung von eingefahrenen Denkroutinen
  • Auswahl bester Ideen

Basisregeln:

  • Kritik währen der Ideengenerierung und Killerphrasen werden zurückgehalten
  • Ideen werden in der Gruppe aufgegriffen, um Synergieeffekte zu nutzen
  • Auch ungewöhnlichen Ansätzen wird Raum zur Entwicklung gegeben
  • Es werden möglichst viele Ideen gesammelt – bewertet wird später

Abb. 2: Unterteilung der Kreativitätstechniken

Abb. 3: Die vier Grundregeln von Kreativitätstechniken

Prinzipiell wird unter zwei verschiedenen „Denkansätzen“ unterschieden: dem intuitiven und dem diskursiven Denken.
Läuft die Suche nach neuen Ideen beim Problemlöser vor allem im Unterbewusstsein ab, spricht man von intuitivem Denken. Erkenntnisse entstehen z.B. durch Ereignisse, Assoziationen, Analogiebildungen oder Strukturübertragungen.
Handelt der Problemlöser hingegen bewusst und geht somit in Denkschritten vor, spricht man von diskursivem Denken. Dazu wird das Gesamtproblem in überschaubare Teilprobleme geteilt und diese werden jeweils für sich systematisch gelöst. Somit können Ideenfixierungen und Denkblockaden leichter überwunden werden.

Basierend auf diesen Erkenntnissen gibt es Kreativitätstechniken, die mehr das intuitive und andere, die mehr das diskursive Denken unterstützen. Je nach Kreativitätstechnik ergibt sich eine spezifische Vorgehensweise, die an dieser Stelle nicht vereinheitlicht dargestellt werden kann.

In der Abb. 5 wird eine Auswahl von Methoden nach dem Grad des intuitiven und diskursiven Denkens der Methode in das Portfolio eingeordnet. Unten links befinden sich die Methoden mit niedriger Garantie auf innovative Produktideen, oben rechts sind die Methoden aufgeführt, die eine hohe Garantie auf innovative Produktideen versprechen. Dazwischen liegen die Methoden mit einer mittleren Garantie.

Abb. 5: Einorden von Kreativitätstechniken nach intuitvem und diskursivem Denken

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Kreativitätstechniken. Zu den bekanntesten gehören das Brainstorming und -writing, die Methode 6-3-5 und das Mind-Mapping. Diese und zahlreiche Methoden werden ausführlich in der angegebenen Literatur beschrieben. Zur Dokumentation der daraus gewonnenen Ergebnisse dient der Ideensteckbrief. Um einen besseren Überblick über die Methodenvielfalt zu erhalten, haben wir Ihnen nachfolgend die Methoden tabellarisch mit einer kurzen Charakterisierung zusammengefasst.

Methode

kurze Charakterisierung

Analogiebildung

Eine Analogie ist ein Vergleich zweier verschiedener Sachverhalte, die durch bestimmte Betrachtungsweisen den Anschein von Gemeinsamkeiten wecken. Analogien werden zur Identifikation und zum besseren Verständnis von Problemen und zur Entwicklung von Lösungen eingesetzt.

Analyse bekannter techn. Systeme

Die Struktur bekannter technischer Systeme wird untersucht hinsichtlich logischer, physikalischer und gestalterischer Zusammenhäng. Die gefundenen Lösungsansätze werden auf neue technische Systeme übertragen. 

Analyse natürlicher Systeme
Lösungs- und Konstruktionsprinzipien natürlicher Systeme werden untersuch und auf technische Gebilde übertragen. 
Bionik
Formen, Strukturen, Organismen und Vorgänge der Natur und Erkenntnisse der Biologie werden auf technische Lösungen übertragen. Insbesondere werden Lösungs- und Konstruktionsprinzipien natürlicher Systeme auf technische abgebildet (Beispiel: Bienenwaben/Sandwichstruktur) 
Brainstorming

Brainstorming bedeutet übersetzt so viel wie "Gedankenblitz", "Gedankensturm" oder "Ideenfluss". Eine Gruppe von Menschen soll vorurteilslos Ideen produzieren und sich von den Gedanken der Gruppenmitglieder zu neuen Ideen inspirieren lassen.

Brainwriting
Brainwriting ist eine schriftliche Form des Brainstormings. Jeder Teilnehmer schreibt seine Ideen zur Problemstellung auf ein Stück Papier, das an den Nachbarn weitergereicht wird, welcher dann die bisherigen Ideen zur Unterstützung seiner Ideengewinnung nutzt.
Delphi-Methode

 

Hier wird ein Fragebogen an Experten verteilt. Die Antworten werden gesammelt, gesichtet und zusammengefasst. Die erstellten Zusammenfassungen werden den Experten mit dem Hinweis zugestellt, die eingegangene Reaktion zu revidieren. Dieser Prozess wird so lange durchgeführt, bis sich ein Konsens abzeichnet. Die Delphi-Methode kann auch zur Ermittlung von Zukunftsszenarien eingesetzt werden.

Galeriemethode

 

Bei der Galeriemethode zeichnet jeder Teilnehmer Lösungsvorschläge für eine Problemstellung auf ein Stück Papier. Diese Lösungsideen werden der Gruppe vorgestellt und diskutiert. Angeregt durch die Ideen der anderen Teilnehmer skizziert jeder seine neuen Ideen auf ein weiteres Stück Papier. 

Konstruktionskatalog

 

Konstruktionskataloge nach Roth sind eine Sammlung bekannter und bewährter Lösungen zur Erfüllung von Teilfunktionen (Beispiel: Funktion: Energie umformen; Wirkprinzip: Kraftmultiplikatoreffekt; Teillösungen: Hebel, Radpaarung, Kniehebel).

Laterales Denken

 

Der Begriff "Laterales Denken" wurde von Edward de Bono geprägt und umschreibt das Denken abseits der eingeschliffenen Denkschienen, um nach neuen Lösungsansätzen und Alternativen zu suchen.

Lotusblüten-Technik

 

Ideen zu einer Problemstellung werden gleichmäßig wie die Blätter einer Lotusblüte gruppiert und dann weiter aufgefächert.

 Methode 6-3-5
Ziel der Methode 6-3-5 ist, dass die Teilnehmer such durch ihre Ideen wechselseitig anregen. Jeder der sechs Teilnehmer schreibt drei Ideen auf ein Stück Papier. Dieses Papier wird jeweils an den Nachbarn weitergegeben. Basierend auf den Ideen des Nachbarn werden dann wieder drei Ideen aufgeschrieben. Die Papiere werden so oft weitergereicht, bis jeder jedes Papier einmal als Arbeitsgrundlage hatte.
Mind-Mapping
Das Mind-Mapping dient zum Strukturieren und Visualisieren von Ideen und Lösungswergen von Teams. Dazu wird in der Mitte eines Papieres das Problem beschrieben. Ideenbereiche werden auf Ästen ausgehend vom Problem festgehalten. An diesen Hauptästen werden Zweige und Nebenzweige angefügt, die einzelne Ideen und Ideengruppen darstellen. 
Morphologischer Kasten
Ordnungsschema, das in den Zeilen die Teilfunktionen und in den Spalten in Frage kommende Lösungen (z.B. Wirkprinzipien) enthält. Damit wird eine systematische Kombination von teilfunktionsbezogenen Lösungen zu Gesamtlösungen unterstützt. 
Suchmethoden
Gezieltes Suchen beispielsweise durch Literatur-, Patent, und Internetrecherchen, vgl. auch Bibliometrie etc. 
Synektik
Angeregt durch Analogien aus dem nichttechnischen und dem halbtechnischen Bereich sollen neue Ideen gefunden werden .
TRIZ
Genrich Altschuller ist Vater von TRIZ (Abkürzung aus dem Russischen, engl. Theory of Inventive Problem Solving). Bei TRIZ handelt es sich um eine Sammlung von Methoden, um systematisch zu erfinden.
  • de Bono, E.: Serious Creativity – Die Entwicklung neuer Ideen durch die Kraft Lateralen Denkens. Schäffer-Poeschel Verlag, 1996
  • Gausemeier, J.; Ebbesmeyer, P.; Kallmeyer, F.: Produktinnovation. Carl Hanser Verlag, München, 2001
  • Gimpel, B.; Herb, T.; Herb, R.: Ideen finden, Produkte entwicklen mit TRIZ. Carl Hanser Verlag, München, 1996
  • Higgins, J.; Wiese, G.: Innovationsmanagement – Kreativitätstechniken für den unternehmerischen Erfolg. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, 1996
  • Malorny, C.; Schwarz, W.; Backerra, H.: Die sieben Kreativitätswerkzeuge K7. Kreative Prozesse anstoßen, Innovationen fördern. Carl Hanser Verlag, München, 1997

Eingangsinformationen

Die methodenspezifischen Eingangsinformationen entnehmen Sie bitte der jeweiligen Kreativitätstechnik.


Ausgangsinformationen

  • (Produkt-)ideen
  • Gedankenblitze
  • Produktkonzepte
  • Analogien
  • etc.

Die methodenspezifischen Werkzeuge entnehmen Sie bitte der jeweiligen Kreativitätstechnik.

Durch Klicken auf die gewünschte Methode, gelangen Sie direkt auf die Beschreibung in unserem Methodenkatalog:

  • Heinz Nixdorf Institut, 
  • Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gausemeier
    (http://www.hni.uni-paderborn.de/spe)
  • UNITY AG
    (
    http://www.unity.de)