Anforderungsliste

Kurzbeschreibung

Die Anforderungsliste sollte als grundlegendes methodisches Hilfsmittel stets zur zentralen Erfassung und Dokumentation der Anforderungen eingesetzt werden.
Eine Anforderung bezeichnet eine kurze aber präzise Formulierung eines geforderten Sachverhalts in der Sprache des Entwicklers. Die zusammenfassende Dokumentation der Anforderungen zu einer Liste ist im weiteren Verlauf zudem Grundlage zur Beurteilung von Lösungsalternativen.

Das Ziel der Anforderungsliste ist die geordnete Zusammenstellung aller qualitativen und quantitativen Anforderungen in schriftlicher Form.

Abb.1: Aufbau und Inhalt eines Anforderungskatalogs

Abb. 1: Aufbau und Inhalt eines Anforderungskatalogs

Zur Erstellung einer Anforderungsliste sind folgende Schritte zu durchlaufen:

  • Sammeln der Anforderungen, d.h. kurze und präzise Formulierung des Sachverhalts, z.B. mit Hilfe von Systembetrachtungen oder Checklisten
  • Ordnen der Anforderungen durch Gliederung z. B. nach Lebenszyklusphasen, Verantwortlichkeit, Anforderungsart, usw.
  • Dokumentation der Anforderungen in einem Formblatt
  • Festlegen von Verantwortlichkeiten
  • Vorgegebene geometrische Verhältnisse (z. B. Schnittstellen) oder auch andere geeignete Sachverhalte (z. B. Zeitfolgen einer Ablaufsteuerung) durch Skizzen veranschaulichen.
  • Anforderungsliste prüfen und die Anforderungsliste von allen Verantwortlichen (mit Unterschrift) bestätigen lassen.
Abb. 2: Ausschnitt aus der Anforderungsliste für einen innovativen Fahrradgepäckträger

Abb. 2: Ausschnitt aus der Anforderungsliste für einen innovativen Fahrradgepäckträger

Aufbau

  • Jede Anforderung erhält zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer und sollte mit (F), (Z) oder (W) gekennzeichnet sein.
  • knappe, aber präzise Beschreibung des geforderten Sachverhalts
  • Eine Bezeichnung (Variable) der Anforderung ist hilfreich, um den Bezug zu Berechnungen, Zeichnungen oder Ähnlichem herzustellen.
  • Mit einem Zahlenwert mit Toleranz wird die Anforderung quantifiziert.
  • Angabe einer Gewichtung.
  • Anforderungen werden in den Anforderungslisten meist nur sehr knapp beschrieben. Zur Vermeidung von Fehlinterpretationen empfiehlt sich die Angabe zusätzlicher Informationen:
    • der Ursprung
    • ausführlichere Erläuterung einer Anforderung
    • Hinweis auf weiterführende Dokumente (Normen, Zeichnungen ... )

Die Vorteile der Anforderungsliste sind, dass :

  • sie die umfassende Klärung und Dokumentation eines Sachverhalts unterstützen,
  • einen reibungslosen Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Beteiligten fördern und
  • die Beurteilung von Lösungsalternativen erheblich erleichtert wird, durch übersichtliches und komprimiertes Ablegen der Anforderungen.

Hilfsmittel wie Checklisten helfen dabei, die Anforderungen aus möglichst allen relevanten Bereichen vollständig zu ermitteln.

Die Anforderungsliste findet Eingang in das Pflichtenheft in späteren Phasen der Produktentwicklung, wenn das ermittelte Konzept im Rahmen eines Entwicklungsauftrags tatsächlich umgesetzt werden soll.

Ehrlenspiel, Klaus: Integrierte Produktentwicklung. Carl Hanser Verlag München, 2002

Eingangsinformationen

Anforderungen


Ausgangsinformationen

Anforderungsliste