Leitfaden für die integrative Entwicklung fluidtechnisch-mechatronischer Systeme

Leitfaden für die integrative Entwicklung fluidtechnisch-mechatronischer Systeme

Günther Schuh , Michael Lenders , Lucia Maletz , Jochen Müller , Christopher Nussbaum , Ju-Young Uam , Marcell Meuser , Torsten Verkoyen , René von Dombrowsk , Yukio Kamizuru

Erscheinungsjahr: 2009
Angehängte Datei: Leitfaden_fuer_die_integrative_Entwicklung_fluidtechnisch-mechatronischer_Systeme2.pdf

Heutige technische Systeme zeichnen sich durch die Integration von Komponenten der verschiedenen Fachdisziplinen aus. Dies trifft aufgrund der hohen Anzahl zusammenhängender Elemente und der Beteiligung einer Vielzahl von verschiedenen Disziplinen in besonderem Maße auf mechatronische Produkte im Allgemeinen und fluidtechnisch-mechatronische Produkte im Speziellen zu. Vor allem der Elektronik- und Softwareanteil steigen ständig und liegen z.B. im Fahrzeugbau momentan wertmäßig bei ca. 40%, Tendenz steigend. Hinzu kommt eine gestiegene »multi-market«- fähige Systemvielfalt, die sich in einer Vielzahl von Varianten und Systemderivaten auf einer gemeinsamen Plattform ausdrückt. Aus der steigenden Interdisziplinarität und Variantenvielfalt ergibt sich in den letzten Jahren eine immer stärkere Zunahme der Systemkomplexität.

Dies hat besonders hohe Auswirkungen auf die Entwicklung. Früher wurden die Teilentwicklungsergebnisse der verschiedenen Disziplinen durch einige Iterationen an Prototypen integriert, was jedoch inzwischen aufgrund der immer kürzeren Anforderungen an die Time-to- Market unmöglich wird. So wird die Integration immer mehr in frühere Phasen des Entwicklungsprozesses verschoben. Daher zeichnet sich der gesamte Entwicklungsprozess durch
eine hohe Interdisziplinarität und Vernetzung der Einzelprozesse und Disziplinen auf allen Hierarchieebenen mit einer Vielzahl von Wechselwirkungen aus. Aufgrund dieser engen Vernetzung und der komplexen Strukturen kommen der Absicherung der Systemzuverlässigkeit und einer integrierten Entwicklungsumgebung für fluidtechnisch-mechatronische Systeme eine entscheidende Bedeutung zu.

Nicht zuletzt durch die Konzentration auf die Kernkompetenzen und das zunehmend enger definierte Kerngeschäft können umfangreiche interdisziplinäre Entwicklungsprojekte kaum mehr vollständig in einem Unternehmen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit kooperierender Unternehmen bei der Entwicklung innovativer Systeme immer mehr an Bedeutung gewinnt. Dadurch wird die Problematik noch verschärft, denn nun müssen nicht mehr nur Grenzen zwischen Disziplinen, sondern auch zwischen Unternehmen überwunden werden.