Effizienter innovieren mit Produktbaukästen
Studienergebnisse und Leitfaden - ein Beitrag zu Lean Innovation

Effizienter innovieren mit Produktbaukästen

Günther Schuh , Michael Lenders , Jens Arnoscht , Stefan Rudolf

Erscheinungsjahr: 2010
Angehängte Datei: Effizienter_innovieren_mit_Produktbaukaesten.pdf

Die vorliegende Broschüre fasst die Ergebnisse der Studie »Mit Baukastensystemen Komplexität beherrschen« des WZL in einem Leitfaden für die erfolgreiche Gestaltung von Produktbaukästen zusammen. Hierfür wurden die Ergebnisse der Fragebogenstudie durch aktuelle Forschungsergebnisse ergänzt. Im Rahmen der Fragebogenstudie wurden insgesamt 95 Fach- und Führungskräfte befragt. Ein Großteil der teilnehmenden Unternehmen stammt aus dem Maschinenbau und der Automobilbranche.

Die zentralen Charakteristika bei der Gestaltung von Produktbaukästen, die erfolgreiche von weniger erfolgreichen Unternehmen unterscheiden, sind im Folgenden zusammengefasst:

Das Commitment zur nachhaltigen Erzeugung von Kommunalitäten wird im gesamten Unternehmen geschaffen. Das Top-Management unterstützt die Standardisierungsbemühungen aktiv.

Zulieferer werden bereits in einer frühen Phase in den Gestaltungsprozess des Baukastens integriert. Gemeinsam werden Standardisierungspotenziale auf allen Kommunalitätsebenen analysiert.

Die Entwicklung von Standards wird hinsichtlich Machbarkeit, Aufwand und Nutzen systematisch vorbewertet, bevor die Gestaltungsphase beginnt.

Vor allem in der Automobilbranche ist die Standardisierung von Produktfunktionen schon weit fortgeschritten. Auf dieser Basis werden die fixen Merkmale für den Baukasten definiert. Diese können sich sowohl auf Bauteilstandards als auch auf Funktions-, Technologie- oder Geometrie- bzw. Bauraumstandards beziehen. Da diese Standards die Baukastenprodukte unweigerlich miteinander verbinden, erfolgt die Planung der Produkte integriert auf Basis von Baukasten-Lastenheften.

Um die Varianz innerhalb des Produktbaukastens gering zu halten, werden Produktmerkmale hinsichtlich ihres Differenzierungsbeitrags und der durch sie verursachten Komplexitätskosten klassifiziert. Die Konfiguration der Produkte erfolgt auf Basis von Funktionsstrukturen.

Die zeitliche Planung der Modulnutzung in spezifischen Produkten wird mit Hilfe von Modul-Roadmaps weitsichtig geplant, um ungeplante Moduländerungen zu reduzieren. Die Ausgestaltung der Module erfolgt auf Basis der Anforderungen aller die Module nutzenden Produkte.

Eine produktorientierte Vorgehensweise, bei der Module für spezifische Produkte entwickelt werden und anschließend in den Baukasten überführt werden, führt dahingegen zu einem signifikant niedrigerem Kommunalitätsgrad