Werkzeugkasten zur Produktentwicklung

Unity

Erscheinungsjahr: 2013
URL: Werkzeugkasten zur Produktentwicklung

Das Heinz Nixdorf Institut, die Fraunhofer-Projektgruppe 'Entwurfstechnik Mechatronik' und die Managementberatung
Unity haben die Ergebnisse einer gemeinsamen Studie zum Theme Systems Engineering vorgestellt. In dem Werkzeugkastenfür die Produktentwicklung finden sich Methoden und Best Practices, um auch komplexe Entwicklungsvorhaben effizient zu
strukturieren.

'Systems Engineering in der industriellen Praxis' lautet der Titel einer Ende November 2013 vorgestellten Studie, in der das Heinz Nixdorf Institut, die Fraunhofer-Projektgruppe 'Entwurfstechnik Mechatronik' und die Managementberatung Unity Erkenntnisse zur Produktentwicklungsmethode 'Systems Engineering' (SE) gesammelt haben. Für die Studie wurden Geschäftsführer, Entwicklungsleiter und SE-Anwender von 33 großen Industrieunternehmen unterschiedlicher Branchen befragt. Die Studie ergab, dass fast alle Teilnehmer konkreten Handlungsbedarf in ihren Unternehmen sahen und sich aus dem Einsatz von Systems Engineering Impulse für eine zukunftsorientierte Ausrichtung ihrer Produktentwicklung versprachen. "Den Nutzen von SE sehen die Unternehmen
insbesondere in der Orchestrierung der disziplinübergreifenden Zusammenarbeit", sagte Dr.-Ing. Roman Dumitrescu, Leiter der Abteilung Produktentstehung in der Projektgruppe Entwurfstechnik Mechatronik.

Einzelne Bestandteile des Systems Engineering werden bereits in der Produktentwicklung vieler Unternehmen angewendet.
"Handlungsbedarf gibt es an ganz unterschiedlichen Stellen", erläutert Dr.-Ing. Daniel Steffen, Senior Manager bei Unity. "Systems Engineering ist einerseits eine Art Werkzeugkasten, in dem man geeignete Best Practices findet, andererseits bietet es eine Struktur zur schrittweisen Befähigung von Mitarbeitern und der Organisation in der Entwicklung komplexer Systeme – unabhängig von Branche und Unternehmensgröße."

Ursprünglich stammt SE aus der Luft- und Raumfahrt. Hier erfordern technische Komplexität und notwendige Sicherheitsvorkehrungen ein systematisches Vorgehen und den umfangreichen Einsatz von Simulations- und Testverfahren. Im Rahmen von SE können in der Produktentwicklung die Entscheidung für geeignete Prozesse, Methoden, IT-Werkzeuge und Entwickler fallen, die für anspruchsvolle Entwicklungsprojekte erforderlich werden können.

Auch im Fahrzeugbau werden mittlerweile SE-Ansätze bei der Entwicklung von Fahrerassistenz- und Kommunikationsfunktionen angewendet. Ein weiteres Beispiel findet sich im Maschinenbau, der auf dem Weg zur Industrie 4.0 ist: Viele Unternehmen streben an, Produkte intelligenter zu machen und zu vernetzen; ihre Systemgrenzen verschieben sich und neue Kooperationen von Firmen entstehen in den Bereichen Entwicklung und Produktion. Mit dem Methodenset Systems Engineering können sich Unternehmen für diese Komplexitätsstufe wappnen. "Voraussetzung dafür ist, dass sie wissen, was sich hinter dem bisher oft nur schwammig verwendeten Begriff verbirgt. Dies zu klären, war eine wesentliche Motivation für die Studie", erklärt Prof. Dr.-Ing. JürgenGausemeier, Professor für Produktentstehung am Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn.