Zukünftige Transportkonzepte im KEP-Markt
Kurier, Express, Paket.

Zukünftige Transportkonzepte im KEP-Markt

Volker Binger , Jürgen Gausemeier , Andreas Kühn

Erscheinungsjahr: 2001

Die Entwicklung strategischer Handlungsoptionen für den Schienengüterverkehr geschieht in drei Stufen.

In der ersten Stufe werden Markt und Umfeld betrachtet. Unter Umfeld fassen wir Bereiche wie Gesellschaft, Politik, Technologie und Mitbewerber zusammen. Der Zeithorizont ist 2010. Das Ergebnis sind Erfolgspotenziale des Marktes.

In der zweiten Stufe wird das Gestaltungsfeld Schienengüterverkehr betrachtet. Hier werden primär Lenkungsgrößen, die Gestaltungsfaktoren, untersucht. Gestaltungsfaktoren sind z.B. technische Lösungen und Business-Prozesse. Mit der Szenariotechnik werden auf der Basis der Gestaltungsfaktoren alternative Konzeptionen schienengebundener Transportsysteme entwickelt. Das Ergebnis sind die Technologiepotenziale.

In der dritten Stufe werden die Geschäfts- und die Technologiestrategie entwickelt. Dies basiert auf der im Bild 1 angedeuteten Gegenüberstellung von Markt- und Umfeldszenarien auf der eine Seite und Technologieszenarien auf der anderen Seite. Diese Gegenüberstellung beantwortet im Prinzip die Frage, welche Techniklösungen des Transportsystems in welcher Marktkonstellation günstig sind.

An dieser Stelle wird noch auf einen weiteren wichtigen Punkt der Szenariotechnik eingegangen. Ihnen wird sicherlich aufgefallen sein, dass mehrere Zukunftsszenarien ermittelt werden. Da es im Fall von Markt- und Umfeldszenarien Zukunftsbilder sind, die das einzelne Unternehmen nicht beeinflussen kann, muss sich das Unternehmen darauf einrichten. Theoretisch ist es möglich, sich auf jedes Szenario einzurichten. Das hieße, das Unternehmen müßte für jedes Szenario eine Strategie erarbeiten. Das wären die sogenannten Eventual-Strategien. Dafür ist aber in der Regel keine Zeit. Außerdem führt die Einstellung/Ausrichtung des Unternehmen auf mehrere Szenarien zu einer Ressourcenverschwendung. Daher entscheidet man sich für ein Szenario. Es ist dann die Aufgabe des Strategie-Controllings, regelmäßig zu überprüfen, ob das Szenario, auf dem die Strategie beruht, auch tatsächlich eintreten wird. Die in diesem Beispiel erarbeiteten Technologieszenarien basieren auf Faktoren, die das Unternehmen beeinflussen kann. Es liegt hier in der Hand des Unternehmens, das eine oder andere Szenario herbeizuführen.