Produktinnovation

Sie haben die Erfolgspotenziale Ihrer Märkte ausgeschöpft und möchten nun ein neues Produkt entwickeln?
Diese neuen Erfolgspotenziale in den bekannten Märkten mit den bisher bei Ihnen verfügbaren Fertigungstechnologien gilt es zu erschließen. Die dazugehörige strategische Stoßrichtung wird Produktinnovationgenannt. Ihre Position im Innovationswürfel wird Ihnen angezeigt. Mit zunehmender Entfernung vom Mittelpunkt steigt der Innovationsgrad der jeweiligen Innovationsrichtung Markt, Produkt oder Technologie.

Der Leitfaden Produktinnovation beschreibt die Aufgabe, ausgehend von bestehenden Märkten, neue Produkte bei gleichbleibenden Fertigungstechnologien zu entwickeln. Wettbewerbsvorteile müssen durch Differenzierung gehalten bzw. ausgebaut werden. Mit Hilfe der Stoßrichtung Produktinnovation werden aufbauend auf zukünftigen Kunden- und Produktanforderungen neue Produktideen identifiziert und zu Geschäftsideen konkretisiert.

Der Leitfaden durchläuft dabei alle vier Aufgabenbereiche Potenzialfindung, Produktfindung, Produktkonzipierung und Geschäftsplanung.

Häufig ist es für Unternehmen sehr aufwendig, Kenntnisse und Kontakte in noch nicht bedienten Märkten aufzubauen. Daher ist es sinnvoll, wenn möglich, das vorhandene Wissen in bereits bedienten Märkten zu nutzen, um die Potenziale in diesen Märkten voll auszuschöpfen. Die strategische Stoßrichtung Produktinnovation soll im Wesentlichen, basierend auf Erfolgsfaktoren des bestehenden Geschäfts, aktuelle und zukünftige Kundenanforderungen sowie technologische Trends, neue Produktideen in bekannten Märkten identifizieren und realisieren. Diese neuen Produkte können - im Gegensatz zu den bisher gelieferten Produkten - völlig neue Funktionen besitzen. Ein Pumpenhersteller für die Prozessindustrie entwickelt zum Beispiel neuartige Ventilsysteme, die er in dem gleichen bekannten Markt absetzt. Diese Situation tritt insbesondere dann ein, wenn der Markt grundsätzlich noch Potenzial bietet, Umsatzsteigerungen jedoch durch eine "ausgereizte" Produkttechnologie bzw. durch Nachteile des Produkts gegenüber den Wettbewerbsprodukten stark eingeschränkt sind.

Nicht alles ist nach dem Verständnis von SPP eine Produktinnovation. Wird beispielsweise eine Neuerung bei einer Pumpe im Laufe des Produktlebenszyklus hinzugefügt, so ist diese oftmals als "Kampfwertsteigerung" bezeichnete Maßnahme ein Teil der Produktpflege in der Geschäftsplanung. Eine Produktinnovation wird im Sinne von SPP als eine Erneuerung des physikalischen Wirkprinzips verstanden. Das Wirkprinzip wird im Aufgabenbereich Konzipierung ausgewählt und in das Produktkonzept integriert.

"Ein Wirkprinzip bezeichnet den Zusammenhang von physikalischem Effekt sowie geometrischen und stofflichen Merkmalen (Wirkgeometrie, Wirkbewegung, und Werkstoff). Es lässt das Prinzip der Lösung zur Erfüllung einer Teilfunktion erkennen." 
[Quelle: PAHL, G.; BEITZ, W.: Konstruktionslehre. Springer Verlag, Berlin, 1997.]

Ein Beispiel für eine Produktinnovation im Sinne von SPP ist die neuartige Pumpe SIHIdry der Firma Sterling SIHI GmbH. Diese Pumpe basiert nicht mehr auf dem herkömmlichen Prinzip der flüssigkeitsfördernden Pumpen, sondern auf dem Prinzip von trockenlaufenden Vakuumpumpen. Sie besitzt zwar ähnliche Eigenschaften wie bisherige Produkte und spricht dieselben Kunden an, birgt aber einige entscheidende Vorteile, die durch die Nutzung des neuen physikalischen Wirkprinzips entstanden sind.

Wie bereits auf unseren Informationsseiten vorgestellt, ist jeder strategischen Stoßrichtung genau ein allgemeingültiger generischer Leitfaden zugeordnet. Die konsequente Umsetzung des Leitfadens erfordert, dass die Prozessschritte in angedeuteter Reihenfolge zu durchlaufen sind.

Der generische Leitfaden zur Stoßrichtung Produktinnovation erstreckt sich über die vier Aufgabenbereiche der strategischen Produktplanung:

Den generischen Leitfaden zur strategischen Stoßrichtung Produktinnovation möchten wir Ihnen im Folgenden detailliert vorstellen. Sie haben dabei die Möglichkeit durch Aktivierung der Kontrollkästchen, jedem Prozessschritt Methoden zuzuordnen. Diese Zuordnung wird durch Tipps zur Methodenauswahl im Rahmen der Prozessschrittbeschreibungen unterstützt.

Durch die Auswahl der entsprechenden Methoden zur Bearbeitung der Prozessschritte wird der generische Leitfaden unternehmens- bzw. projektspezifisch konfiguriert. Sie haben dann die Möglichkeit, die fertig gestellte Konfiguration, im Bereich "My Innovation" zu speichern.

Eine dort gespeicherte Konfiguration kann jederzeit weiterbearbeitet werden.

Aufgabenbereich Potentialfindung

  • Geschäftsstruktur analysieren
  • Produkt analysieren
  • Zukunftsbetrachtungen: Fokus Produkttechnologie
  • Marktanforderungen identifizieren
  • Potentiale bewerten und auswählen: Fokus Produkt

Aufgabenbereich Produktfindung

  • Innovationsaufgabe definieren
  • Ideen kreieren/ entwickeln
  • Ideen dokumentieren
  • Ideen vorauswählen
  • Ideen konkretisieren
  • Ideen bewerten und auswählen

Aufgabenbereich Produktkonzipierung

  • Aufgabe klären - Ziel formulieren
  • Abstrahieren - Produktfunktionen ermitteln
  • Lösungsalternativen generieren
  • Lösungsalternativen zu Konzeptalternativen kombinieren
  • Konzeptalternativen konkretisieren

Aufgabenbereich Geschäftsplanung

  • Kundenanforderungen und Marktdaten konkretisieren
  • Produktprogramm/ Leistungssystem definieren
  • Entwicklungsprojekte planen
  • Markteinführung planen
  • Produktionsumsetzung planen
  • Wirtschaftlichkeit berechnen
  • Alternative Produkte/-konzepte bewerten und auswählen
  • Konzeptalternativen bewerten und auswählen