Technologieportfolio der Zukunft

Kurzbeschreibung

Das Technologieportfolio der Zukunft dient der technischen Positionierung von Produktideen eines Unternehmens in einem zukünftigen Markt mithilfe einer zweidimensionalen Matrix (vgl. Technologieportfolio). Die sich ergebenden Positionen der Produktideen dienen einerseits als Maßstab für die zukünftige Ausrichtung von Technologien im Branchenwettbewerb und andererseits zur Beschreibung der technischen Erfolgswahrscheinlichkeit des Unternehmens hinsichtlich der zugehörigen Technologien.

Ziel eines Technologieportfolios der Zukunft ist es aufzuzeigen, welche (neuen) Produkte und Produktideen aus technischer Sicht ein besonders hohes Zukunftspotenzial aufweisen. Weiterhin soll die Erfolgswahrscheinlichkeit aufgrund des Entwicklungsstandes bezüglich der jeweiligen Technologie im Unternehmen bewertet werden. Damit können technische Entwicklungen und deren Anwendung für das Unternehmen beurteilt werden. Auf Grundlage der Positionierungen können Handlungsoptionen und Investitionsentscheidungen abgeleitet werden.

Die Dimensionen dieses Portfolios sind die Technologieattraktivität und die technische Erfolgswahrscheinlichkeit. Dabei werden unternehmensexterne Parameter, welche vom Unternehmen selbst nicht beeinflussbar sind den unternehmensinternen, d.h. vom Unternehmen beeinflussbaren Parametern gegenübergestellt. Zur Erstellung des Portfolios wird grundsätzlich folgendermaßen vorgegangen:

  • Festlegung der Kriterien: In einem ersten Schritt werden die Kriterien zur Bewertung der beiden Dimensionen festgelegt. Die unternehmensunabhängigen Merkmale der Technologieattraktivität werden bspw. durch die Position auf der S-Kurve und Eintrittsbarrieren charakterisiert. Zur Ermittlung der technischen Erfolgswahrscheinlichkeit können Kriterien, wie die Ressourcenstärke und Umsetzungsstärke herangezogen werden.
  • Gewichtung der Kriterien: Um den einzelnen Kriterien eine entsprechende Bedeutung zukommen zu lassen sind diese im nächsten Schritt einer Gewichtung zu unterziehen, wobei die Summe je Dimension 100% ergibt.
  • Bewertung: Anschließend folgt die eigentliche Bewertung der Produkte und Produktideen bezüglich der Kriterien. Daraus ergeben sich Kennzahlen zur Bewertung der Technologieattraktivität und der technischen Erfolgswahrscheinlichkeit der betrachteten Produkte des Unternehmens.
  • Erstellung des Portfolios und Interpretation der Ergebnisse: Die ermittelten Kennzahlen dienen als Grundlage für das Erstellen des Technologieportfolios. Dabei werden die Technologieattraktivität auf der Ordinate und die technische Erfolgsposition auf der Abszisse abgetragen. Falls vorhanden, kann der durch die einzelnen Produkte und Produktgruppen generierte Umsatz durch Kreisflächen dargestellt werden (siehe Abbildung). Die Produktideen mit einer hohen Technologiepriorität können anschließend näher untersucht werden um Handlungsoptionen abzuleiten.

Die Vorteile der Methode sind, dass :

  • die Datenvielfalt auf zwei Dimensionen übersichtlich reduziert wird
  • die Ergebnisse für weitere Analysen verwertbar sind
  • operatives und strategisches Wissen kombiniert wird

Die Nachteile der Methode sind, dass:

  • die Gefahr der Übersimplifizierung besteht
  • keine direkte Einbeziehung von Kundeninformationen stattfindet
  • die Einschätzung der Position auf der S-Kurve und der Eintrittsbarrieren oftmals schwierig ist
  • Gausemeier, J.; Berger, T.: Ideenmanagement – Identifikation der Produkte und Geschäftsfelder von morgen. In: Konstruktion (2004), Heft 9, S. 66-68

Generell ist zu prüfen, ob die Methode Technologieportfolio zum ersten Mal oder wiederholt durchgeführt wird. Bei erneuter Anwendung sind die Informationen der vorangegangenen Anwendung auf Vollständigkeit und Aktualität zu prüfen.

Unternehmensintern:

  • Ideensteckbriefe
  • Hauptgeschäftsfelder (HGF‘s)
  • Ressourcenstärke je HGF
  • Umsetzungsstärke je HGF

Unternehmensextern:

  • Position auf der S-Kurve
  • Eintrittsbarrieren je HGF
  • Kennzahlen für Technologieattraktivität und relative Technologieposition
  • Technologische Positionierung/Technologiepriorität je Geschäftsidee
  • Quantifizierung/Abschätzung der unternehmensexternen Größen (Position auf der S-Kurve, Eintrittsbarrieren je Geschäftsidee)
  • Erkenntnisse, Ziele, Maßnahmen
  • Heinz Nixdorf Institut, 
    Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gausemeier 
    (http://www.hni.uni-paderborn.de/pe)
  • UNITY AG
    (
    http://www.unity.de)