Stärken-Schwächen-Analyse

Kurzbeschreibung

Im Rahmen der Methode erfolgt die Ermittlung der Stärken und Schwächen eines Unternehmens anhand unternehmensinterner und -externer Einschätzungen. Dazu werden Wettbewerbsfaktoren eines Geschäftsbereichs identifiziert und bewertet.

Ziel der Stärken-Schwächen-Analyse ist die Identifikation von Stärken und Schwächen des eigenen Unternehmens. Diese dienen anschließend als Grundlage für die Erarbeitung von Maßnahmen und Handlungsoptionen.

Im Rahmen von Stärken-Schwächen-Analysen werden Wettbewerbsfaktoren identifiziert und bewertet. Unter Wettbewerbsfaktoren werden im Wettbewerb relevante Größen verstanden, die vom Unternehmen oder der Geschäftseinheit mittelbar oder unmittelbar beeinflusst werden können. Dazu zählen vor allem Fähigkeiten („capabilities“), Fertigkeiten („skills“), Informationen und Wissen („Know-how“), materielles und immaterielles Vermögen („assets“), Technologien, Geschäftsprozesse oder Firmenattribute. In einer Stärke wird ein heute nutzbarer Vorteil gegenüber relevanten Wettbewerbern gesehen. Entsprechend handelt es sich bei einer Schwäche um einen gegenwärtig vorliegenden Nachteil. Für die Stärken-Schwächen-Analyse bieten sich zwei Vorgehensweisen an:

Ermittlung von Stärken-Schwächen-Profilen:

Stärken-Schwächen-Profile erlauben die detaillierte Betrachtung von Funktions- bzw. Handlungsbereichen und deren Gegenüberstellung mit dem Leistungsvermögen der Konkurrenz. Die Ermittlung erfolgt durch die Bewertung einzelner Merkmale für Funktions- (z.B. Marketing/Vertrieb, Produktentwicklung, Fertigung etc.) und Handlungsbereiche (z.B. Verhalten, Führung etc.) im Rahmen von Interviews. Anschließend werden die Bewertungen der einzelnen Merkmale eines Betrachtungsbereichs zusammengefasst und zusammen mit anderen Betrachtungsbereichen in einem Stärken-Schwächen-Profil dargestellt.

Abb. 1: Stärken-Schwächen-Profil [GP14, S. 137]

Erfolgsfaktoren-Analyse:

Das Erfolgsfaktoren-Portfolio dient der Ermittlung von Stärken und Schwächen anhand von Faktoren, die den Geschäftserfolg beeinflussen. Dazu zählen branchenspezifische Faktoren (Logistik, Service, Image etc.) und/oder produktspezifischen Faktoren (Betriebskosten, Benutzerfreundlichkeit etc.). Das Portfolio zeigt auf der Ordinate die Bedeutung eines Erfolgsfaktors und auf der Abszisse die derzeitige Position des Unternehmens hinsichtlich des Erfolgsfaktors. Mithilfe von drei charakteristischen Bereichen werden kritische, ausgeglichene und überbewertete Erfolgsfaktoren von einander unterschieden.

Abb. 2: Erfolgsfaktoren-Portfolio [GP14, S.140]

Die Vorteile der Stärken-Schwächen-Analyse sind, dass :

  • die Durchführbarkeit sowohl für die Gesamtunternehmensebene als auch für einzelne strategische Geschäftseinheiten durchführbar ist
  • die Erweiterbarkeit mit anderen Methoden, bspw. der Szenario-Technik möglich ist

Die Nachteile der Stärken-Schwächen-Analyse sind, dass:

  • die Informationsbeschaffung schwierig ist, insbesondere bei Informationen über die Konkurrenz und künftige Umweltentwicklungen
  • die Kriterien schwer messbar sind bzw. einer Einschätzung bedürfen
  • die Einschätzungen durch subjektive Einflüsse geprägt sind
  • Gausemeier, J.; Fink, A.: Führung im Wandel. Carl Hanser Verlag, München, 1999
  • Simon, H.; von der Gathen, A.: Das große Handbuch der Strategieinstrumente. Campus Verlag, Frankfurt, 2002
  • Gausemeier, J.; Plass, C.: Zukunftsorientierte Unternehmensgestaltung, 2., überarbeitete Auflage, Hanser Verlag, 2014

Unternehmensintern:

Angaben über die eigene Position in Bezug auf Wettbewerbsfaktoren

Unternehmensextern:

Angaben über die Position der Konkurrenten in Bezug auf Wettbewerbsfaktoren

  • Eigene Stärken und Schwächen
  • Beurteilung der eigenen Einschätzung
  • Handlungsoptionen
  • Heinz Nixdorf Institut,
    Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gausemeier
    (http://www.hni.uni-paderborn.de/spe)
  • UNITY AG
    (
    http://www.unity.de)