Der Wandel zur Innovationskultur

In Zeiten, in denen Innovationsmanagement als Überlebensnotwendigkeit für die alten Industrienationen in den Köpfen präsent ist, stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung eine Innovationskultur zu etablieren. Es stellt sich die Frage, was eine Innovationskultur ausmacht und was Unternehmen von erfolgreichen Beispielen lernen können. Hilfreich ist zudem ein Leitfaden wie der Weg zur Innovationskultur von der Vorbereitung über die Umsetzung bis hin zum Leben der Kultur aussehen kann.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie auf den folgenden Seiten oder lesen Sie einfach hier (den Artikel hochladen und neu Verlinken!!!) den kompletten Fachartikel unserer Experten Rolf Stübbe und Anna Erett.

Inhalt

1 Herausforderung Innovationskultur

2 Charakter von Innovationen

3 Der Weg zur Innovationskultur

4 Den Wandel vorbereiten

5 Den Wandel umsetzen

6 Den Wandel leben

In Unternehmen entstehen unternehmensindividuelle Normen und Werte. Sie prägen einerseits die Wahrnehmung, andererseits die Handlungs- und Verhaltensmuster ihrer Führungskräfte und Mitarbeiter und lassen die Unternehmenskultur erkennen. Die gewachsenen Normen und Werte haben einen entscheidenden Einfluss darauf, wie umfassend und wie schnell das Innovationsmanagement von den Mitarbeitern und Führungskräften adaptiert wird. Die Ausgangspositionen sind dabei meist sehr unterschiedlich. Sie bestimmen den Grad des Wandels, der zum Erreichen eines erfolgreichen Innovationsmanagements zu vollziehen ist:

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Was macht eine erfolgreiche Innovationskultur aus und wie ist sie zu erreichen? Innovationskultur bedeutet stetige Anpassung an einen wandelnden Bedarf im Markt, schneller als der Wettbewerb, mit dem unternehmerischen Antrieb, immer bessere Lösungen für die Kunden zu entwickeln. Innovationskultur heißt Bewegung und Kreativität in der frühen Phase (Ideengenerierung) und Durchhaltevermögen, Energie und Risikobereitschaft in den Umsetzungsphasen (Projektdefinition, Entwicklung, Produktion und Markteinführung) des Innovationsprozesses.

Innovationsförderliche Kulturen können meist durch ähnliche Werte charakterisiert werden. Die Verdichtung auf bestimmte Eigenschaften macht Innovationskultur greifbar. Auf diese Weise entsteht eine Beschreibung des Ziels, wohin sich eine Unternehmenskultur entwickeln sollte, um zu einer Innovationskultur zu werden:

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Wenn die Innovationskultur als Ziel beschrieben ist, stellt sich die Frage, wie dieses Ziel zu erreichen ist.

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Auf Basis der Ergebnisse der Situationsanalyse werden in der Konzeptphase eine Reihe von Entscheidungen für die Ausgestaltung des Innovationsmanagements getroffen. Dazu gehört z.B. die Auswahl der geeigneten Mitarbeiter zur Besetzung der neuen Rollen im Innovationsmanagement. Die für das Innovationsmanagement vorgesehenen Mitarbeiter werden bereits in die Konzeption einbezogen und frühzeitig für ihre zukünftigen Rollen und Aufgaben befähigt.

Bereits während der Konzeptphase ist eine gezielte und kontinuierliche Kommunikation über die Ziele, das Konzept und den jeweils aktuellen Stand des Innovationsmanagements kulturfördernd. Ebenso wichtig wie die formale Kommunikation ist die informelle Kommunikation. Das Innovationsmanagement ist idealerweise in allen Hierarchien ein Thema.

Wenn das Konzept des Innovationsmanagements die Einführungsreife erlangt hat, müssen einige wichtige Voraussetzungen erfüllt sein: Die Stellenbeschreibungen für die neuen Rollen im Innovationsmanagement sind ausgearbeitet und freigegeben. Ebenso liegen die zu den Stellenbeschreibungen und den Zielen des Innovationsmanagements passenden Zielvereinbarungen der Mitarbeiter vor. Gerade in den Fällen, in denen bestehende Mitarbeiter zusätzlich Innovationsmanagement-Rollen übernehmen, wird zuvor mit den Führungskräften geklärt, wie die Mitarbeiter mit neuen Rollen von ihren „alten“ Aufgaben entlastet werden können. Zum Einführungszeitpunkt ist auch die Vergütungsfrage bei neuen und zusätzlichen Aufgaben der Mitarbeiter unternehmensweit einheitlich geklärt. Bereits bei der Einführung liegt ein komplett ausgearbeitetes Trainingskonzept mit entsprechenden Trainingsmaterialien für das Innovationsmanagement vor.

Die Verläufe von Veränderungsprozessen in Unternehmen ähneln sich meist: Der „eingefrorene“, robuste Zustand von Organisationen und Prozessen wird durch die Veränderung aufgelöst. Es kommt zu Unsicherheiten und Widerständen, die das zuvor konstante Leistungsniveau phasenweise absenken oder je nach Motivationslage auch kurzfristig erhöhen:

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Jetzt gilt es, die Veränderungsphase intensiv zu unterstützen. Ziel ist es, der Organisation Hilfestellungen zu geben, um Unsicherheiten, Ängste und Widerstände zu überwinden und schneller eine hohe und konstante Innovationsleistung zu erzielen.

Generell zielen die unterstützenden Maßnahmen in drei Richtungen:

  • Weiterentwicklung von Kooperation und Teamfähigkeit,
  • Ausbau von Führungskompetenz und
  • Unterstützung von Führungskräften und Mitarbeitern zur Überwindung von Störungen und dem Austragen von Konflikten.

Die Veränderung von Einstellungen und Verhalten der Menschen braucht Zeit und erfordert hohe Aufmerksamkeit und Kontinuität. Erst wenn Führung und Mitarbeiter die für Innovationskultur charakteristischen Werte annehmen und verinnerlichen, nimmt der „Innovationsmotor“ Fahrt auf.