Strategische Produktplanung

Die strategische Produktplanung ist ein wesentlicher Bestandteil des Produktentstehungsprozesses. Dieses Vorgehensmodell umfasst den Prozess von der Produkt- bzw. Geschäftsidee bis zum Serienanlauf und bildet die Erfordernisse der Realtität weitestgehend ab.

Inhalt

1 Strategische Produktplanung

2 Aufgabenbereiche der strategischen Produktplanung

   2.1 Potentialfindung
   2.2 Produktfindung
   2.3 Produktkonzipierung
   2.4 Geschäftsplanung

Der Produktentstehungsprozess umfasst nach Abb.1 die Aufgabenbereiche stratgische Produktplanung, Produktentwicklung und Produktsystementwicklung. Unserer Erfahrung nach kann der Produktentstehungsprozess nicht als stringente Folge von Phasen und Meilensteinen verstanden werden. Vielmehr handelt es sich um ein Wechselspiel von Aufgaben, die sich allenfalls in drei Zyklen gliedern lassen.

Erster Zyklus: Strategische Produktplanung - Von den Erfolgspotentialen der Zukunft zur Erfolg versprechenden Produktkonzeption

Dieser Zyklus charakterisiert das Vorgehen vom Finden der Erfolgspotentiale der Zukunft bis zur erfolgversprechenden Produktkonzeption - der sog. prinzipiellen Lösung. Er umfasst die Aufgabenbereiche Potentialfindung, Produktfindung, Geschäftsplanung und Produktkonzipierung.

Zweiter Zyklus: Produktentwicklung - Virtuelles Produkt

Dieser Zyklus entspricht der eigentlichen Produktentwicklung - bzw. aus Sicht des Maschinenbaus der Konstruktion. Wesentliche Aufgabe ist hierbei die Verfeinerung der domänenübergreifenden Prinziplösung durch die Experten der Domänen Mechanik, Steuerungs- und Regelungstechnik, Elektronik und Softwaretechnik, die in ihren Domänen den weiteren Entwurf und die Ausarbeitung vornehmen.

Dritter Zyklus: Produktionssystementwicklung - Digitale Fabrik

Hier steht die Planung des Herstellprozesses im Vordergrund. Diese Phase erstreckt sich ausgehend vom Aufgabenbereich Entwurf und Ausarbeitung über die Fertigungsplanung und den Serienanlauf. Ziel der Fertigungsplanung ist die Bestimmung von Arbeitsanweisungen und die Bereitstellung der Fertigungsmittel. Im Rahmen des Serienanlaufs erfolgt eine Optimierung des Produktes und Fertigungssystems.

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Die strategische Produktplanung gliedert sich in die vier Aufgabenbereiche: Potenzialfindung, Produktfindung, Produktkonzipierung und Geschäftsplanung.

Unternehmen des Maschinenbaus zeichnen sich durch ihre Agilität aus, d.h. die Fähigkeit auf Marktanforderungen flexibel und schnell zu reagieren. Angesichts komplexer werdender Marktleistungen und steigender Innovationsdynamik wird diese Fähigkeit allein nicht ausrei­chen, zum richtigen Zeitpunkt mit der richtigen Marktleistung präsent zu sein. Die Unternehmen müssen mehr Strategiekompetenz entwickeln, d.h. die Erfolgspotenziale von morgen frühzeitig erkennen und rechtzeitig erschließen. Diese herausfordernde unternehmerische Aufgabe ist durch die strategische Produktplanung zu leisten. Sie umfaßt folgende Aufgabenbereiche:

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Potentialfindung:
Das Ziel der Potentialfindung ist das Erkennen der Erfolgspotentiale der Zukunft sowie die Ermittlung entsprechender Handlungsoptionen. Es werden Methoden wie die Szenario-Technik, Delphi-Studien oder Trendanalysen eingesetzt.

Produktfindung:
Basierend auf den erkannten Erfolgspotentialen befasst sich die Produktfindung mit der Suche und der Auswahl neuer Produkt- und Dienstleistungsideen zu deren Erschließung.

Produktkonzipierung:
Hier wird die sog. Prin­ziplösung, also eine fundierte technische Kon­zeption des geplanten Produkts erarbeitet.

Geschäftsplanung:
In der Geschäftsplanung geht es zunächst u die Geschäftsstrategie, d.h. um die Beantwortung der Frage, welche Marktsegmente wann und wie bearbeitet werden sollen. Auf dieser Grundlage erfolgt die Erarbeitung der Produktstrategie. Die Produktstrategie mündet in einem Geschäftsplan, der den Nachweis erbringt, ob mit dem neuen Produkt bzw. mit einer neuen Produktoption ein attraktiver Return on Investment zu erzielen ist.

Ermitteln Sie die Erfolgspotentiale und Handlungsoptionen von morgen.

Ziel der Potentialfindung ist das Erkennen der Erfolgspotentiale der Zukunft sowie die Ermittlung entsprechender Handlungsoptionen. Erfolgspotentiale beschreiben Möglichkeiten, neuen oder zusätzlichen Kundennutzen durch die Befriedigung latenter oder zukünftiger Kundenbedürfnisse zu stiften und damit wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen. Sie geben die Denkrichtungen für neue Produkte und Dienstleistungen vor.

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Basierend auf den identifizierten Erfolgspotenzialen dient die Produktfindung zur Erarbeitung innovativer Produkt- und Dienstleistungsideen.

Der Aufgabenbereich der Produktfindung befasst sich mit der Suche und der Auswahl neuer Produkt- und Dienstleistungsideen. Wesentliche Hilfsmittel zur Ideenfindung sind Kreativitätstechniken. Die Produktfindung liefert ferner am Ende den Entwicklungsauftrag. Dieser beinhaltet den Anforderungskatalog sowie Termin- und Kostenziele.

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In der Produktkonzipierung wird die Prinziplösung - eine fundierte, technische Konzeption des geplanten Produkts - erarbeitet.

Ziel der Produktkonzipierung ist es, die Produktideen in Produktkonzepten zu detailieren. Hier gilt es, Aufgabenstellungen in die wesentlichen Teilaufgaben zu zerlegen und Lösungsalternativen zu generieren. Ergebnis der Konzipierung ist eine aus mehreren Lösungsalternativen ausgewählte prinzipielle Lösung.

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Die Geschäftsplanung beantwortet die Frage, ob mit dem neuen Produkt ein attraktiver Return on Investment erzielt werden kann.

Auf Grundlage der in der Produktkonzipierung erarbeiteten Resultate ist es die Aufgabe der Geschäftsplanung, eine Geschäfts- und Produktstrategie  zu ermitteln. Letztere muss Fragen der Gestaltung des Produktprogramms, der Variantenvielfalt, der einzubeziehenden Technologien etc. beantworten. Ferner ist der Nachweis zu erbringen, ob mit der neuen Produktidee ein attraktiver Return on Investment erzielt werden kann.

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